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Gender-Debatte an Hochschulen: An diesen Unis arbeiten die meisten Professorinnen


  • Bildungsanbieter WBS GRUPPE untersucht den Frauenanteil an 37 der größten deutschen Hochschulen und Universitäten
  • Der Anteil an Professorinnen je Uni liegt im Schnitt bei 23 Prozent, der Anteil an Dekaninnen bei 17 Prozent
  • Die FU Berlin beschäftigt anteilig die meisten Professorinnen (37,8 Prozent), die Technische Hochschule Mittelhessen am wenigsten (10 Prozent)

Berlin, 17. Oktober 2018 – Noch immer sind Frauen in Führungspositionen in Politik und Wirtschaft ein seltener Anblick. Pünktlich zum Semesterstart gibt der private Bildungsanbieter WBS GRUPPE die Ergebnisse einer aktuellen Erhebung des Frauenanteils an deutschen Universitäten bekannt. Die Untersuchung zeigt: Auch im akademischen Bereich gibt es deutlich weniger Frauen in Führungspositionen als Männer. Demnach beträgt der Anteil an Professorinnen an 37 der größten deutschen Hochschulen im Schnitt rund 23 Prozent. Zudem sind nur 17 Prozent der Dekane weiblich.

FU Berlin hat die meisten Professorinnen, TH Mittelhessen am wenigsten
Einige Hochschulen achten vermehrt auf die Gleichstellung von Frauen und Männern. Unter ihnen ist die FU Berlin Spitzenreiter: 168 von 444 ProfessorInnen sind weiblich (37,8 Prozent). Die Uni Paderborn folgt mit 97 Professorinnen von insgesamt 260 (37,3 Prozent). Die Universität Koblenz-Landau belegt mit einem Professorinnen-Anteil von knapp über 36 Prozent den dritten Platz. Auf der anderen Seite beschäftigt die Technische Hochschule Mittelhessen anteilig die wenigsten Professorinnen (10 Prozent). Das Karlsruher Institut für Technologie belegt mit 49 Professorinnen den vorletzten Platz (13 Prozent). Der Anteil an Frauen mit Professorentitel an der TU Dresden liegt bei rund 14 Prozent. 

Frauen werden seltener als Dekanin gewählt
Im Schnitt werden 17 Prozent der Dekanate von Frauen geleitet. Die Dekane und Dekaninnen stehen der Fakultät vor und werden auf bestimmte Zeit gewählt. Allein an der Fernuni Hagen sowie der Universität Koblenz-Landau herrscht Gleichstellung: Hier gibt es genauso viele Dekaninnen wie Dekane. Mit jeweils 37,5 Prozent gibt es an den Universitäten Hamburg und Frankfurt den zweithöchsten Anteil an Dekaninnen. An den Universitäten in Siegen, Erlangen-Nürnberg, Bonn, Braunschweig, Kiel und Wuppertal sowie an dem Karlsruher Institut für Technologie und der TH Mittelhessen sind hingegen derzeit alle Dekane männlich.

10 der 37 größten Unis werden von Frauen geleitet
Von den 37 befragten Hochschulen bekleidet eine Frau in zehn Fällen das höchste Amt als Rektorin oder Präsidentin, allerdings nur an Universitäten. Darunter befinden sich beispielsweise die Technische Universitäten in Dortmund und Braunschweig, sowie die Humboldt-Universität in Berlin, die Fernuni Hagen und die Universitäten in Paderborn und Koblenz-Landau. Bei allen untersuchten Fachhochschulen findet sich hingegen noch keine Frau auf dieser Hierarchieebene.

„Die Gleichstellung von Frauen und Männern ist auch im Jahr 2018 noch eine präsente Herausforderung unserer Gesellschaft. Immer wieder fordern Experten in diesem Zusammenhang, dass junge Frauen bereits in der Schul-, Ausbildungs- und Studienzeit weibliche Vorbilder brauchen. Unsere Analyse zeigt leider, dass es an keiner der untersuchten Hochschulen in Deutschland gleich viele weiblich und männlich besetzte Professuren gibt. Hier gibt es durchaus noch Entwicklungspotential. Immerhin werden bereits 10 der 37 analysierten Universitäten von Frauen geleitet. Bei der WBS GRUPPE haben wir das Thema Gleichstellung und Diversität fest im Rahmen unseres Gemeinwohl-Ökonomie-Engagements verankert. Aktuell sind gut 50 Prozent unserer Führungspositionen durch Frauen besetzt, so Joachim Giese, Vorstand der WBS GRUPPE.

Die kompletten Ergebnisse der Untersuchung finden Sie unter dem nachfolgenden Link:
https://www.wbs-gruppe.de/gender-debatte-hochschulen