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Jobmarkt-Studie: Fachkräftemangel in der Gesundheits- und Pflegebranche dramatisiert sich weiter


- Die WBS GRUPPE hat die Anzahl der Jobangebote für die Berufsfelder Gesundheit/Medizin, Pflege und Soziales auf dem deutschen Arbeitsmarkt untersucht

- Die meisten Job-Offerten gibt es für Erzieher, Kranken- und Altenpfleger

- Rund ein Drittel aller Stellen im Pflege- und Sozialbereich werden von Zeitarbeitsfirmen ausgeschrieben

 

Berlin, 19. September 2018 – Der Fachkräftemangel in der Gesundheits- und Pflegebranche in Deutschland ist hoch und nimmt sogar weiter zu. So wurden im zweiten Quartal diesen Jahres bereits 12 Prozent mehr Stellen ausgeschrieben als im Vorjahreszeitraum. Besonders hoch ist die Nachfrage nach Kranken- und Altenpflegern. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Analyse des deutschen Stellenmarktes durch einen der größten privaten Bildungsanbieter in Deutschland, die WBS GRUPPE. Dafür wurden zwischen Juli 2017 bis Juni 2018 Stellenanzeigen aus mehr als 270 Print- und Online-Medien sowie 130.000 Firmen-Webseiten in Deutschland erfasst und ausgewertet.

Nahezu jedes zehnte Stellenangebot in Deutschland richtet sich demnach an Fachkräfte aus den Berufsfeldern Gesundheit/Medizin, Pflege und Soziales. Die größte Nachfrage gibt es im Bereich Gesundheit/Medizin mit knapp 90.946 Stellenausschreibungen, obwohl Arztberufe hier nicht einbezogen wurden. Gesucht werden dabei vor allem Gesundheits- und Krankenpfleger sowie Fachkrankenpfleger (24.987 Stellen).

Auch im Bereich Pflege ist ausgebildetes Fachpersonal sehr gefragt: Rund 16.000 Unternehmen inserierten während des Untersuchungszeitraums insgesamt mehr als 65.000 offene Positionen. Dabei entfallen allein ein Drittel der beworbenen Stellen auf den Beruf des Altenpflegers (20.469). Besonders gute Chancen im Bereich Soziales haben wiederum Erzieher: Fast 40 Prozent der Job-Offerten entfallen auf diese Berufsgruppe (17.224 Stellen).

Kaum regionale Unterschiede in der Nachfrage
Fachkräfte aus allen drei Berufsfeldern sind deutschlandweit gefragt. Anteilig am meisten werden in Schleswig-Holstein gesucht. Insgesamt mehr als 15 Prozent aller Jobangebote kommen aus diesen Bereichen. Den höchsten Bedarf hat das Bundesland im Berufsfeld Gesundheit/Medizin mit 6,7 Prozent aller Stellen, dahinter folgen die Bereiche Pflege (5 Prozent) und Soziales (4 Prozent). Die geringste Nachfrage für Fachpersonal aus den drei Berufsfeldern gibt es anteilig in Bremen. In Nordrhein-Westfalen werden dafür am meisten Jobs geboten – rund 18.790 im Bereich Gesundheit/Medizin, 13.020 in der Pflege und 6.984 Sozialberufe.

Großer Anteil der Jobangebote in Form von Zeitarbeit
Unabhängig vom Bundesland spielt dabei das Thema Zeitarbeit eine wesentliche Rolle bei der Beschäftigungsform. Dies zeigt sich vor allem bei den Pflegekräften: Mehr als ein Drittel aller Jobangebote laufen hier unter Zeitarbeit. Im Bereich Gesundheit/Medizin ist der Anteil mit rund 30 Prozent ebenfalls recht hoch. Für Sozial-Fachkräfte wurden dagegen nur 12 Prozent der offenen Positionen in Form von Zeitarbeit angeboten.

Joachim Giese, Vorstand der WBS Gruppe, kommentiert die Analyse:
“Qualifizierte Fachkräfte aus den Bereichen Gesundheit/Medizin sowie den Pflege- und Sozialberufen haben sehr gute Chancen auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Die Ergebnisse unserer aktuellen Jobmarkt-Studie verdeutlichen nochmals, wie sehr es insbesondere in diesen doch sehr essentiellen Berufsgruppen deutschlandweit an ausgebildetem Personal mangelt. Auch wir merken, dass unsere frisch ausgebildeten Fachkräfte in unseren Berufsfachschulen und Fachschulen stark nachgefragt werden. Seit 2016 führen wir zusätzlich ein Pilotprojekt durch, bei dem wir Menschen aus Serbien, Vietnam und China in Deutschland ausbilden und integrieren, um so mit gezielter Migration dem stetig wachsenden Fachkräftemangel in der Gesundheits- und Pflegebranche entgegen zu wirken.”

Unter diesem Link steht die komplette Studie zum Abruf zur Verfügung.